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Wie man mit Freunden und Familie über den Kinderwunsch spricht

Der Kinderwunsch ist etwas sehr Persönliches. Sie und Ihr Partner entscheiden, wie viel, was und wann Sie anderen Menschen mitteilen wollen. Nicht jeder Mensch ist bereit, seine Gefühle offen über seinen Kinderwunsch mitzuteilen. Das wird nur noch schwieriger, wenn Sie sich für eine IVF-Behandlung entschieden haben. Leider ist die öffentliche Meinung hier noch sehr gespalten. Ein Tipp: Wenn Sie wirklich nicht darüber reden wollen, schreiben Sie Ihren Freunden und Angehörigen einen Brief. Lassen Sie sie wissen, dass Sie deren Anteilnahme und gute Ratschläge schätzen, doch gerade jetzt ist nicht die Zeit, darüber zu reden. Doch auch hier kann es vorkommen, dass Fragen unerwartet von außen kommen. Denken Sie an Familienfeiern und wahrscheinlich auch an den Arbeitsplatz. Fragen wie „Wann kommt denn schon das Baby?“ oder „Da habt ihr ja eh noch jede Menge Zeit“ können sich wie kleine Stiche anfühlen. – Wenn Sie sich durch solche Bemerkungen in Verlegenheit gebracht fühlen, so ist das nur allzu verständlich. 

Stimmen Sie sich mit Ihrem Partner ab

Auf dem Weg zu dem gewünschten Baby sind Sie und Ihr Partner ein Team. Entscheiden Sie gemeinsam, wie viel Sie von Ihrer Geschichte preisgeben wollen. Für den Fall, dass einer alles erzählen will, während der andere lieber nichts erzählen will, ist es am besten, einen Kompromiss zu finden, an den sich beide halten. Klare Linien ersparen unter Umständen später eine Menge Kummer.

Wenn die Unfruchtbarkeit eines oder beider Partner eine Rolle spielt, ist es besonders wichtig, sich ernsthaft zu überlegen, wie viel davon in den sozialen Medien diskutiert werden soll. Sie sind durchaus berechtigt, Ihre Konten für einige Monate ruhen zu lassen.
Was immer Sie entscheiden, Sie müssen sich einig sein.

 

 

Nach dem „Wie viel?“ stellt sich die Frage: „Mit wem?“

Meine Faustregel lautet: Nicht jeder, der mit mir ein Glas Wein trinkt, ist auch ein Freund.
Sie wissen wahrscheinlich bereits, auf welche „Freunde“ ich anspiele. Besprechen Sie mit Ihrem Partner, mit wem Sie Ihr „Geheimnis“ teilen wollen, und bleiben Sie dabei.
Eine anonyme Online-Selbsthilfegruppe kann die ideale Lösung sein, wenn Sie „reden“ möchten, ohne dabei Ihre Anonymität aufzugeben. 

Warum das Gespräch oft über IVF und (Un-)Fruchtbarkeit so schwerfällt

Selbst in einer Zeit, in der IVF nahezu ein Haushaltswort geworden ist, haben die meisten Menschen nur ein oberflächliches Wissen darüber. Oft geben sie dann Ratschläge, die eher unpassend sind. Andere wiederum finden diese Materie unangenehm und wechseln das Thema. 

Auch Sie können sich zwischen dem Bedürfnis, gehört zu werden, und dem Bedürfnis nach innerer Ruhe hin- und hergerissen fühlen. Nicht jedem immer alles erzählen zu wollen ist keine Schwäche. Nicht nur dürfen Sie entscheiden, wie viel Sie wem erzählen wollen, sondern es ist auch Ihr Recht, Ihren Bereich und Ihre Energie zu schützen, um sie dort einzusetzen, wo Sie sie brauchen. 

Praktische Wege für unterschiedliche Situationen

Selbst für enge Freunde oder die eigene Familie können kurze Erklärungen ausreichen. Zum Beispiel: Wir wünschen uns ein Kind und lassen uns medizinisch unterstützen. Auch für uns ist das alles neu und eine intensive Zeit, und wir freuen uns, wenn ihr einfach für uns da seid.“ 

Ein oder zwei vertraute Menschen sind oft schon genug, während Sie den Rest des Umfelds etwas in der Ferne halten. Hier gibt es kein wirkliches Richtig oder Falsch. Nur das, was für Sie richtig ist. 

„Danke für die Nachfrage, doch wir sprechen im Moment nicht darüber“, setzt eine klare Grenze, die keinen Zweifel lässt. 

Wenn es trotzdem wehtut

Manchmal kommt es dennoch vor, dass Menschen auf ihr Bedürfnis nach Privatsphäre nicht hören wollen oder können. In diesem Fall liegt es an Ihnen, das Thema zu ändern oder das Gespräch zu beenden. Am besten ist es wahrscheinlich, sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie Sie ungewollte Ratschläge ablehnen können, wenn Sie sich davon überrascht fühlen. Das nimmt den Druck, und Sie haben immer eine Antwort zur Hand. 

Darüber hinaus kann es entlastend sein, sich mit Ihrem Partner oder einer anderen Vertrauensperson auszutauschen. Vielleicht möchten Sie auch ganz einfach eine neue Strategie mit Ihrer Umwelt ausprobieren. 

Bei GYNEM wissen wir, dass der Kinderwunsch nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale Herausforderung sein kann. Aus diesem Grund bieten wir Ihnen individuelle Beratungen an.

Mehr zur psychologischen Beratung bei GYNEM

 

Unter dem Strich

Sie entscheiden selbst, wie viel Sie teilen und mit wem. Das einzige richtige Maß ist das, das zu Ihnen und Ihrer Situation passt. - Wie in vielen anderen Dingen mag auch hier der goldene Mittelweg ideal sein. 

Bei GYNEM nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und begleiten Sie auch in diesen persönlichen Aspekten.
Kontaktieren Sie uns gerne für ein persönliches Gespräch.
Mehr zum Ablauf einer IVF-Behandlung