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Welche Rolle spielt die Eizellqualität bei einer IVF-Behandlung?

Wenn Sie sich bereits mit einer IVF-Behandlung beschäftigt haben, wissen Sie wahrscheinlich, dass die Qualität Ihrer Eizellen ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Schwangerschaft ist. Tatsächlich ist die Eizellqualität der wichtigste Einflussfaktor auf die Fruchtbarkeit einer Frau.

Während Männer ein Leben lang neue Spermien produzieren, wird ein Mädchen bereits mit der gesamten Anzahl der Eizellen geboren. Mit den Jahren nehmen sowohl die Anzahl als auch die Qualität dieser Eizellen ab – besonders deutlich ab dem 35. Lebensjahr. Diese Veränderung wird meist nicht beachtet, bis der Kinderwunsch plötzlich in den Mittelpunkt rückt und die eigene Fruchtbarkeit infrage gestellt wird.

 

 

Qualität statt Quantität Auch wenn eine gute Eizellreserve hilfreich ist, entscheidet letztlich die Qualität der Eizellen darüber, ob eine Schwangerschaft gelingt. Viele Paare, bei denen es bisher nicht geklappt hat, lassen sich deshalb auf ihre Fruchtbarkeit untersuchen. Dabei wird schnell klar: Es geht nicht nur darum, wie viele Eizellen noch vorhanden sind, sondern vor allem darum, wie gesund und lebensfähig sie sind.

Eizellreserve (Anzahl) Mit einem einfachen Bluttest wird das Anti-Müller-Hormon (AMH) gemessen. Dieses Hormon gibt Aufschluss darüber, wie viele Eizellen noch in den Eierstöcken vorhanden sind. Wichtig ist jedoch, dass ein erfahrener Facharzt die Werte korrekt einordnet, da Faktoren wie die Einnahme der Antibabypille das Ergebnis beeinflussen können. Der Test kann weder die Anzahl noch die Qualität der Eizellen verbessern, hilft jedoch bei der Entscheidung, wann der richtige Zeitpunkt für eine Familienplanung oder das Einfrieren von Eizellen ist. Viele Frauen empfinden diesen Test als eine Art „Bestandsaufnahme“, die Klarheit schafft und gleichzeitig Ängste wecken kann.

Eizellqualität: Im Gegensatz zur Anzahl gibt es bisher keinen direkten Test, der die Eizellqualität zuverlässig misst. Der wichtigste Faktor ist das Alter der Frau. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil geschädigter Eizellen stark an – von etwa 20 % bei jüngeren Frauen auf bis zu 80 % bei Frauen über 40.

Entscheidend ist vor allem die DNA in den Eizellen. Ist sie fehlerhaft, fehlen die „richtigen Anweisungen“, um einen gesunden Embryo entstehen zu lassen. Viele solcher Eizellen lassen sich gar nicht befruchten, und bei anderen besteht ein höheres Risiko für Fehlgeburten oder genetische Auffälligkeiten. Dies erklärt, warum die Erfolgschancen einer IVF-Behandlung mit zunehmendem Alter der Frau deutlich sinken.

Neben dem Alter können auch bestimmte Medikamente (z. B. Chemotherapie) die Eizellqualität dauerhaft beeinträchtigen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, rechtzeitig über das Einfrieren von Eizellen zu sprechen, um die Qualität auf dem Stand des jüngeren Alters zu erhalten.

Beeinflussbare Lebensstilfaktoren Auch wenn bereits geschädigte Eizellen nicht mehr repariert werden können, können Sie Ihre noch vorhandenen Eizellen schützen:

  • Rauchen schädigt die Eizellen nachweislich und verringert sowohl die Menge als auch die Qualität.
  • Ein gesundes Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung wirken sich positiv aus.
  • Ein zu hoher BMI kann den Eisprung erschweren und die Eizellqualität beeinträchtigen.
  • Stress, Schlafmangel und Umweltgifte spielen ebenfalls eine Rolle.

Kleine, nachhaltige Veränderungen im Alltag können daher einen spürbaren Unterschied machen und Ihnen das Gefühl geben, aktiv etwas für Ihre Fruchtbarkeit zu tun.

Unter dem Strich: Die Qualität der Eizellen ist der wichtigste Faktor bei einer IVF-Behandlung. Wer mit einer späteren Familienplanung liebäugelt, kann durch das frühzeitige Einfrieren von Eizellen (idealerweise vor dem 30. Lebensjahr) viele spätere Herausforderungen deutlich verringern. Die eingefrorenen Eizellen bleiben auf dem Qualitätsstand, den sie beim Entnehmen hatten.

Die Eignung und die persönlichen Aussichten sollten Sie am besten mit Ihrem Facharzt besprechen. Eine IVF-Behandlung ist ein anspruchsvoller Weg, den Sie mit dem richtigen Wissen und der richtigen Unterstützung mit mehr Zuversicht und Selbstmitgefühl bewältigen können.